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17.11.2017

Eine Supply Chain ohne EDI wäre wie ein Schnitzel ohne Panier

Gastbeitrag von Hanspeter Madlberger, freier Wirtschaftsjournalist

Eine Supply Chain ohne EDI wäre wie ein Schnitzel ohne Panier

Keynote Speaker beschwören auf einschlägigen Kongressen die Digitalisierung gerne als disruptives Phänomen. Das glatte Gegenteil, nämlich der kontinuierliche Ausbau des Einsatzes digitaler Tools bei den Prozessen fand in den b2b Supply Chains der heimischen Konsumgüterwirtschaft statt. Das beständige und somit kaufmännisch solide Wachstum ist nachgerade das Wesensmerkmal der 30 Jahre jungen Daten-Sammel- und Transport-Plattform eXite®. So stieg beispielsweise bei Rewe CEE die Anzahl der Industriepartner, die ihre Rechnungen von Print auf EDI umstellten, von 2012 bis 2016 um 100 %, bei Spar wuchs das Datenvolumen in diesem Zeitraum um 150 %, bei dm Österreich erhöht sich die Zahl der EDI-Lieferscheine jährlich um 10%. Und ein regionaler Player wie MPreis verzeichnet bei der Anzahl der Industriepartner mit EDI-Verkehr in den vergangenen fünf Jahren einen Anstieg von 50%.

Kontinuität kennzeichnet auch die Weiterentwicklung der Programme. ECODEX ging im Jahr 2002 nahtlos in eXite® über, jetzt, 15 Jahre später ist die Generalüberholung angesagt. Das neue eXite® kommt demnächst auf Schiene. Mit T-Systems, der IT-Tochter der deutschen Telecom hat man nach 30 Jahren erfolgreicher IBM-Partnerschaft einen neuen, für künftige Aufgaben gerüsteten Provider gefunden. Vor dem Hintergrund des großen Unfugs, zu dem das offene System der Social Media einlädt (Stichwort: Fake Data), besticht der hohe Grad an Datensicherheit, den ein geschlossenes, mit entsprechenden Firewalls vor Missbrauch geschütztes System wie eXite® seinen Benutzern bietet. Gerd Marlovits, Editel-Direktor für Marketing und Sales, merkt an, dass sein Unternehmen auch gegenüber Amazon Business, dem neuen b2b-Produkt des digitalen Großhändlers aus Seattle, ein handfestes Qualitätsplus ins Treffen führen kann:

Amazon ist ein Marktplatz. Wir verstehen uns ganzheitlich als Supply Chain Optimierer.

Gerd Marlovits, Editel-Direktor für Marketing und Sales

Und so kam es, dass Amazon bzw. die Online-Händler, die den Internet-Riesen als Marktplatz nutzen, heute die Möglichkeit haben, ihre Orders bei den Lieferanten über eine eigens dafür geschaffene eXite®-Schnittstelle abzuwickeln. Zu den Grundpfeilern von EDI, made in Austria, zählt die enge Verschränkung zwischen GS1, Editel und ECR: Artikeldaten-Standardisierung, ein digitales Kanalsystem für Big Data, die mit Hilfe eines Pools bei den Lieferanten eingesammelt und an Kunden verteilt werden sowie die auf EDI aufbauende Logistik-Kooperation in der Supply Chain. Diese Dreieinigkeit führte zu einer Erfolgsstory par excellance. Weil dieses Modell unproduktive Kosten aus der gesamten Supply Chain herausnimmt und ihr zugleich Mehrleistung in Form von höherer Liefergenauigkeit, höherer Versorgungssicherheit und geringerer Umweltbelastung hinzufügt. Letztere nach der ehernen Logistikregel: Mehr Datentransport führt automatisch zu weniger (physischem) Warentransport.

Salopp formuliert: Eine Supply Chain ohne EDI wäre wie ein Schnitzel ohne Panier. Dieser Vergleich könnte von den Brüdern Figlmüller, den Schnitzelkönigen der Wiener City stammen, die für ihre Warenbestellungen sich des EDI-Kommunikationsmoduls von eXite® bedienen. Große Handelsunternehmen waren als Pionierunternehmen von EDI von Beginn weg „am Drücker“, führende Markenartikler haben den hohen Stellenwert von EDI als Customer Relationship Management-Tool frühzeitig erkannt. Überlebenswichtig aber ist EDI für die KMU-Firmen auf Hersteller- wie auf Handelsseite, weil sie dank EDI in Augenhöhe mit den großen Mitbewerbern vom Rationalisierungsnutzen der Datenplattform und den laufenden Erweiterungen dieser Dienstleistung profitieren.

Nicht ohne patriotischem Stolz darf vermerkt werden, dass die Firma Editel, die zwar ihren Namen von der ersten, in Tschechien als Joint Venture errichteten Auslandstochter ableitet, sich zum Exportschlager rotweißroter IT-Intelligenz entwickelt hat. Im Windschatten der in den CEE-Raum expandierenden Händler und Markenartikler konnte Editel mit der EDI-Plattform eXite® seine Geschäfte in dieser Großregion zügig ausbauen. In den letzten Jahren nahmen Gastronomieketten die EDI-Fährte der Handelsketten auf und so begab sich auch ein deutscher Systemgastronom wie Vapiano, natürlich freiwillig, ins eXite®-Netz. Wie bei HORECA kam EDI auch bei der Fashion-Branche in Mode, die Logistiksysteme der im Vormarsch befindlichen Verticals weisen ja viele Parallelen zu jenen der Supermarktketten auf. Ähnliches gilt für den DIY- und den Sportartikelhandel. Besonders hohe Ansprüche stellt die Pharma-Branche an einen raschen und sicheren Datentransport. Ein klarer Fall für Editel. Und neuerdings zieht es sogar Geschäftsbanken in die EDI-Gasse.